Hundesuchstaffel Kassel

Was ist Pettrailing

Allgemein

Eventuell kennst Du schon das Mantrailing – also die Personensuche.

Beim Mantrailing lernt der suchende Hund, einem Individualgeruch „Mensch“ zu folgen. Wir Menschen oder auch die Tiere verlieren ständig tausende von Hautschuppen. Diese fallen zu Boden, werden verweht, sie werden von Bakterien zersetzt und es entstehen verschieden schwere Gase, welche auch über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Wo auch immer Du also langgehst, Du hinterlässt dabei eine Art Geruchswolke. Dieser Spur folgt der Hund beim Mantrailing.

Pettrailing ist im Grunde genommen genau das Gleiche, allerdings folgt der Hund hier eben einer vorhandenen Tierspur.

 

Ohne Geruchsträger keine Suche

Dem Suchhund wird mit Hilfe eines Geruchsträgers gezeigt, welcher Geruchsspur er folgen soll. Er bekommt also einen Geruchsartikel vorgehalten, riecht an diesem und er wird mit der Suche auf der Spur des vermissten Tieres starten – sofern am Startpunkt oder in dessen Nähe auch wirklich eine Spur des Tieres zu finden ist. Wenn man einen Pettrailer um Unterstützung bittet, muss es also einen festen Anhaltspunkt bzw. eine Sichtung des vermissten Tieres geben, wo der Suchhund dann auch starten kann.

 Als Geruchsträger kann alles genommen werden, womit das vermisste Tier einen Moment Kontakt hatte, im Idealfall als einziges Tier. Bei Hunden eignen sich hier zum Beispiel Halsband, Brustgeschirr, Spielzeug oder die Hundedecke. Je stärker der Eigengeruch des Hundes daran ist, desto besser weiß der Suchhund Bescheid. Auch ein Stück früher mal abgeschnittenes Fell, welches in einem geschlossenen Glas aufbewahrt werden sollte, kann eine gute Geruchsprobe sein.

 

Wie alt darf so eine Geruchsspur sein?

Erfahrende Suchhunde können aber durchaus Spuren verfolgen, die mehrere Tage alt sind. Aber je frischer die zu suchende Spur, desto größer sind die Erfolgschancen.

Je älter die Spur wird, desto mehr ist sie verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Regen, Wind, Kälte und Wärme könne sich je nach Situation positiv oder negativ auf die Spur auswirken. Je älter die Spur ist, mit desto mehr Kontaminationen, also weiteren Gerüchen auf der Spur, muss man rechnen. Dies können zum Beispiel Gerüche von anderen Hunden, Wild oder Menschen sein.

 

Führt Pettrailing immer zum gesuchten Tier?

Klipp und klar: Nein!

Ein Suchhund wird vermutlich sein Bestes geben, dies ist aber keine Garantie, dass der vermisste Hund auch wirklich gefunden wird.

Die Spur kann abbrechen, die Witterungsverhältnisse können zu schlecht sein, die Suche wird zu schwer, die Spuren sind zu alt, der vermisste Hund wurde anderweitig mitgenommen…

Aber selbst, wenn der Hund nicht gefunden werden kann, kann das Ergebnis des Pettrailers eventuell neue Aufschlüsse darüber geben, in welchem Gebiet der Hund sich aktuell aufhält. Das wiederum ist wichtig für weitere Aktionen mit zum Beispiel Suchplakaten, Tierheimen und Behörden.

 

Eignet sich ein Pettrailer für jeden entlaufenen Hund?

Auch hier… Klipp und klar: Nein!

Ein unsicherer oder ängstlicher vermisster Hund könnte sich durch ein sich annäherndes Mensch/Hund-Team durchaus bedroht fühlen und damit eventuell weiter in die Flucht getrieben werden.

Allein schon ein gestresster Hund reagiert auf auftauchende Reize ganz anders, als ein entspannter Hund.

Ein früher noch so zutraulicher Hund, kann sein Wesen und sein Verhalten beim Überleben draußen komplett ändern.

Hier gilt es immer individuell abzuklären, wo ein Pettrailer Sinn oder keinen Sinn macht.

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